Kollision von Greifvögeln und weiteren Großvögeln mit Windenergieanlagen

Das Foto eines Wespenbussards, der wenige Meter vor der sich drehenden Rotorspitze zurückschreckt und damit einen Zusammenstoß gerade noch verhindern kann, illustriert auf beeindruckende Weise die Kollisionsgefahr an Windenergieanlagen (WEA), der insbesondere Vogelarten ausgesetzt sind, die eigentlich mit einem sehr guten optischen Sinn ausgestattet sind. Doch Geschwindigkeiten der  Rotorspitzen von WEA von 200 km/h und mehr überfordern offensichtlich auch Greifvögel, die in der Natur sich solch schnell im freien Luftraum bewegenden Objekten normalerweise nicht ausgesetzt sind. Neue publizierte Forschungsergebnisse des britischen Sinnesphysiologen Graham Martin legen nahe, dass Großvogelarten mit eingeschränkten Gesichtsfeldern (Ergebnis von Lage, Form und Größe der Augen) im weiträumig freien Luftraum auftauchende Strukturen wie z.B. Freileitungen nicht wahrnehmen können, wenn sie im Flug nach unten schauen. Das erklärt auch, warum Vögel wie z.B. Großtrappen in größeren Zahlen selbst an Freileitungen verunglückten, die zur besseren Sichtbarkeit markiert worden waren. Greifvögel und Eulen haben ebenfalls kleine Gesichtsfelder und Arten wie Rotmilan und die Weihenarten blicken im Flug häufig nach unten. Prof. Martin geht davon aus, dass diese Eigenschaften auch eine (Teil-) Erklärung für die vielen Kollisionen von Greifvögeln und Eulen an WEA sind.
Qelle: ABU

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